Bundesgerichtshof plant Verhandlungen zu Rückerstattungen bei illegalem Online-Glücksspiel
Eden Zimmermann · Sep 18, 2026

Bundesgerichtshof plant Verhandlungen zu Rückerstattungen bei illegalem Online-Glücksspiel

Am 17. September 2026 verhandelt der Bundesgerichtshof in zwei Verfahren über zentrale Fragen zur Erstattung von Verlusten aus unerlaubtem Online-Glücksspiel, wobei die Fälle I ZR 216/25 und I ZR 78/25 grundlegende Rechtsfragen aufwerfen und die Verfahren Tipico Games sowie PokerStars TSG betreffen.
Hintergründe der anstehenden Verhandlungen
Die erste Rechtssache I ZR 216/25 befasst sich mit der Frage, ob Betreiber von nicht lizenzierten Online-Casinos Spielern Verluste erstatten müssen, während die zweite Rechtssache I ZR 78/25 die Situation von Spielern untersucht, die an Online-Glücksspielen teilnehmen, während sie sich vorübergehend im Ausland aufhalten; beide Verfahren werfen damit grundlegende Fragen zur Anwendung deutscher Glücksspielregeln auf.
Experten beobachten, dass deutsche Gerichte in den vergangenen Jahren vermehrt über Erstattungsansprüche von Spielern entschieden haben, wobei der Bundesgerichtshof nun klären soll, wie weit die Haftung von Anbietern reicht und welche Rolle der Aufenthaltsort der Spieler spielt.
Details zum Verfahren mit Tipico Games
Im Verfahren I ZR 216/25 prüft der Bundesgerichtshof, ob ein Spieler Anspruch auf Rückerstattung von Einsätzen hat, die über eine Plattform von Tipico Games getätigt wurden, obwohl diese Plattform keine deutsche Lizenz besitzt; die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für ähnliche Klagen haben und die Position von Betreibern ohne Genehmigung stärken oder schwächen.
Gerichte in unteren Instanzen haben bereits in verschiedenen Fällen Spielern recht gegeben, doch der Bundesgerichtshof wird nun prüfen, ob diese Linie bundesweit Bestand hat und welche Beweislasten auf den Beteiligten liegen.
Details zum Verfahren mit PokerStars TSG
Das zweite Verfahren I ZR 78/25 dreht sich um PokerStars TSG und untersucht, ob Verluste erstattungsfähig sind, wenn Spieler während eines Auslandsaufenthalts an Online-Pokerrunden teilnehmen; hier geht es insbesondere um die Abgrenzung zwischen inländischem und ausländischem Spielverhalten sowie um die Reichweite deutscher Verbote.
Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Klärung dieser Frage wichtig ist, weil immer mehr Menschen mobil spielen und Grenzen zwischen Aufenthaltsorten verschwimmen; die Entscheidung könnte auch Auswirkungen auf grenzüberschreitende Angebote haben.

Rechtlicher Rahmen des deutschen Glücksspiels
Das deutsche Glücksspielrecht sieht vor, dass nur Anbieter mit staatlicher Erlaubnis legal operieren dürfen, während unerlaubte Plattformen Spielern unter Umständen Rückerstattungen schulden; der Bundesgerichtshof wird in den Verhandlungen prüfen, wie streng diese Regelungen in der Praxis durchzusetzen sind und welche Nachweise Spieler erbringen müssen.
Studien von Forschungseinrichtungen zeigen, dass der Markt für illegales Online-Glücksspiel in Deutschland weiterhin groß ist, obwohl das neue Glücksspielstaatsvertrag seit 2021 strengere Vorgaben macht; die anstehenden Entscheidungen könnten daher Signalwirkung für die gesamte Branche entfalten.
Interessant ist, dass der Bundesgerichtshof bereits in früheren Urteilen Grundsätze zur Haftung von Zahlungsdienstleistern festgelegt hat, doch nun geht es direkt um die Verantwortung der Plattformbetreiber selbst.
Mögliche Auswirkungen der Entscheidungen
Beobachter rechnen damit, dass die Urteile des Bundesgerichtshofs im September 2026 die Rechtslage für Tausende laufender Verfahren beeinflussen werden; Betreiber wie Tipico Games und PokerStars TSG könnten gezwungen sein, ihre Geschäftsmodelle anzupassen, während Spieler neue Handlungsspielräume erhalten oder verlieren.
Branchenverbände und Verbraucherschutzorganisationen verfolgen die Verhandlungen aufmerksam, weil die Ergebnisse auch für zukünftige Lizenzvergaben und internationale Kooperationen relevant sein dürften; eine klare Linie des Gerichts würde Rechtssicherheit schaffen, die bisher oft fehlte.
Fazit
Die Verhandlungen am 17. September 2026 vor dem Bundesgerichtshof markieren einen wichtigen Schritt in der Klärung von Erstattungsansprüchen bei illegalem Online-Glücksspiel, wobei die Fälle Tipico Games und PokerStars TSG grundlegende Rechtsfragen aufwerfen und die gesamte Branche betreffen; weitere Entwicklungen bleiben abzuwarten, während Betroffene und Anbieter die Entscheidungen gespannt erwarten. Weitere Informationen zu den Verfahren finden sich bei Fachportalen und in offiziellen Gerichtsdokumenten.